Es ist eine schöne Sitte Geburtstage zu feiern. In der Familie weiß man solche Tage zumeist festlich zu begehen. Unser Geburtstagskind, der "Bezirk Mittelfranken im Verband Bayerischer Rassegeflügelzüchter", dessen einhundertsten Geburtstag wir feiern, kann eine äußerst positive Bilanz aufweisen und war eingebettet in die sehr wechselvolle Geschichte unseres Volkes.

 

Chronologien, Vereinsberichte und

Erzählungen zusammengestellt von

Rainer Waldenburger

Als "Kreis-Geflügelzüchter-Verband für Mittelfranken" erblickte er am 27. März 1887 in Ansbach das Licht der Welt und schloss sich dem Landesverband Bayern am 19. Mai 1887 an.

 

Höhen und Tiefen erlebten unsere mittelfränkischen Rassegeflügelzüchter im Laufe des vergangenen Jahrhunderts. Aber immer wieder fanden sich Männer, wagten einen Neuaufbau und gaben durch ihren ungebrochenen Arbeitswillen der großen Gemeinschaft ein leuchtendes Vorbild. Durch sie fanden die Zögernden und Unentschlossenen, die Skeptiker und Ängstlichen, einen wichtigen Halt. Die Menschheit hat sich in ihren grundsätzlichen Verhaltensweisen in weiten Lebensbereichen bis heute nicht wesentlich verändert. In allen bestehenden Organisationen, unsere nicht ausgenommen, steht und fällt das Ansehen mit der Arbeit ihrer jeweiligen Vorstandschaften. Die besten Köpfe zu finden und sie an die Spitze zu stellen ist in der heutigen Zeit schwieriger denn je geworden. Eine Zeit des Wohlstandes, der Sattheit des Einzelnen, der durch die Massenmedien Fernsehen und Rundfunk ins Haus gelieferten ständigen Abwechslung, hat den Gegenwartsmenschen träge gemacht. Der Wille und das Bedürfnis in ehrenamtlichen Gremien mitzuwirken ist merklich zurückgegangen.

 

Dass sich dennoch immer wieder Frauen und Männer finden, dies zu tun, zeugt von der festen Verankerung unserer deutschen Rassegeflügelzucht in den Herzen und Gedanken breiter Bevölkerungskreise. Mögen uns und unseren Idealen weiterhin viele treue, uneigennützige Helfer auf allen Ebenen beschieden sein.

 

Das hundertjährige Bestehen des Bezirkes Mittelfranken am Gründungstag in der Orangerie zu Ansbach würdig zu begehen, ist das gesetzte Ziel der Vorstandschaft. Zugleich wollen wir aber damit der Öffentlichkeit unsere Arbeit und Aufgaben näher bringen. Hierzu soll auch diese Chronik beitragen. Denn wer will uns verstehen, wenn er uns nicht kennt und keine Kenntnisse von unserer Geschichte und Tradition hat. Leider kann dieses Buch und seine Aussagen keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben. Viele Unterlagen gingen im Laufe der Zeit verloren. Manche werden eventuell wieder auftauchen und die eine oder andere hier gemachte Aussage in Frage stellen. Schon bei der Zusammentragung der Unterlagen aus vielen Vereinsarchiven war dieses Problem bekannt. Aufgrund dieses Wissens wird uns die Chronik immer dazu anhalten, genaue und ordentliche Unterlagen über die Arbeit im Verein, im Kreis und im Bezirk zu führen. Auch unser Wissen über die abgelaufenen einhundert Jahre ist für nachfolgende Züchtergenerationen festgehalten. Ihnen soll es als interessantes Nachschlagewerk dienen.

 

Es sollte daher das selbstverständliche Anliegen der Vereine, aber auch der interessierten Züchter sein, dem Buch in ihrer Bibliothek den ihm gebühren­den Platz zu geben, damit es ein Nachschlagewerk für alle wird.

Rainer Waldenburger
1. Vorsitzender
des Bezirkes Mittelfranken
im VBR